Angststörungen, Panik und Schulangst

Wenn Angst den Alltag bestimmt

Angst gehört zum Leben. Manchmal nimmt sie jedoch so viel Raum ein, dass sie den Alltag, Beziehungen oder wichtige Entwicklungsschritte zunehmend bestimmt.

Erleben

Angst will schützen. Manchmal beginnt sie jedoch, das Leben einzuengen.

Angst ist eine menschliche Reaktion auf Unsicherheit und Gefahr. Sie macht aufmerksam, bereitet auf schnelles Handeln vor und kann helfen, Grenzen wahrzunehmen. Belastend wird sie, wenn sie auch dort anhält, wo objektiv kaum Gefahr besteht, wenn sie immer häufiger auftritt oder wenn Vermeidung den Alltag zunehmend bestimmt.

Das kann sich sehr unterschiedlich zeigen: als ständiges Sorgen, als plötzliche Panik, als körperliche Unruhe oder als große Anspannung in bestimmten Situationen. Manche ziehen sich zurück. Andere funktionieren nach außen weiter, während innerlich sehr viel Kraft dafür benötigt wird.

In meiner Praxis begleite ich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis zum 21. Lebensjahr, deren Alltag durch Ängste, Vermeidung oder wiederkehrende Panik beeinträchtigt ist.

Erscheinungsformen

Angst zeigt sich nicht nur in Gedanken.

Im Körper

Herzklopfen, Atemnot, Schwindel, Übelkeit, Zittern, Schwitzen oder ein Gefühl von Unwirklichkeit können sehr bedrohlich wirken.

In Gedanken

Häufig kreisen Gedanken um mögliche Fehler, Kontrollverlust, Krankheit, Ablehnung oder die Sorge, dass etwas Schlimmes geschehen könnte.

Im Verhalten

Situationen werden vermieden, nur noch mit Begleitung bewältigt oder mit großem innerem Aufwand ausgehalten.

Schule und Alltag

Wenn der Weg zur Schule immer schwerer wird.

Schulangst kann sich durch Bauch- oder Kopfschmerzen, Schlafprobleme, morgendliche Panik oder wiederholtes Fernbleiben zeigen. Dahinter können Leistungsdruck, soziale Unsicherheit, Trennungssorgen, belastende Erfahrungen oder Konflikte stehen. Nicht immer lässt sich zu Beginn eindeutig sagen, was die Angst auslöst.

Wichtig ist, weder vorschnell von fehlender Motivation auszugehen noch die Angst allein durch Vermeidung zu beruhigen. In der psychotherapeutischen Klärung geht es darum, die individuelle Bedeutung der Situation und die Bedingungen zu verstehen, unter denen die Angst stärker oder schwächer wird.

Psychodynamische Psychotherapie

Verstehen, wovor die Angst schützt.

Beschwerden entstehen selten ohne Zusammenhang. In einer psychodynamischen Psychotherapie wird gemeinsam untersucht, welche Erfahrungen, inneren Konflikte oder Beziehungsmuster mit der Angst verbunden sein könnten. Dabei geht es nicht darum, jeder Angst eine einfache Ursache zuzuordnen.

Manchmal schützt Angst vor Gefühlen, die schwer auszuhalten sind. Manchmal bindet sie ungelöste Konflikte, macht Überforderung sichtbar oder hält Beziehungen in einer bestimmten Balance. Wenn diese Zusammenhänge besser verstanden und im therapeutischen Kontakt anders erlebt werden können, entstehen häufig neue Möglichkeiten im Umgang mit belastenden Situationen.

Nicht die Diagnose steht im Mittelpunkt, sondern der Mensch mit seiner Geschichte.

Die diagnostische Einordnung gibt Orientierung. Die Behandlung richtet sich jedoch nach dem individuellen Erleben und den persönlichen Entwicklungsbedingungen.

Erstgespräch

Wann eine erste Klärung sinnvoll sein kann.

Ein Erstgespräch kann sinnvoll sein, wenn Ängste über mehrere Wochen bestehen, Schule, Ausbildung, Studium, Freundschaften oder Familienleben beeinträchtigen, wiederkehrende Panik auftritt oder der Alltag zunehmend nach der Angst organisiert wird.

Zu Beginn muss noch nicht feststehen, welche Diagnose vorliegt oder welche Behandlung passend ist. Im ersten Gespräch geht es darum, die aktuelle Situation zu verstehen und das weitere Vorgehen gemeinsam einzuordnen.

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