Gefühle
Traurigkeit, Leere, Gereiztheit, Hoffnungslosigkeit oder das Gefühl, von sich selbst und anderen abgeschnitten zu sein.
Traurigkeit gehört zum Leben. Belastend wird sie, wenn sie nicht mehr vorübergeht, Kraft und Interesse schwinden und das eigene Leben zunehmend unerreichbar erscheint.
Eine depressive Entwicklung beginnt nicht immer mit sichtbarer Traurigkeit. Manche Menschen fühlen sich vor allem erschöpft, gereizt oder innerlich leer. Dinge, die früher wichtig waren, verlieren an Bedeutung. Der Alltag wird anstrengend, Entscheidungen fallen schwer und der Rückzug nimmt zu.
Gerade bei jüngeren Menschen können Niedergeschlagenheit und Überforderung hinter Unruhe, Wut, Leistungsabfall oder häufigen Konflikten verborgen bleiben. Andere versuchen lange, weiter zu funktionieren, und erleben ihre Erschöpfung deshalb selbst als persönliches Versagen.
In meiner Praxis begleite ich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis zum 21. Lebensjahr, die unter anhaltender Niedergeschlagenheit, Rückzug, Antriebslosigkeit oder innerer Leere leiden.
Traurigkeit, Leere, Gereiztheit, Hoffnungslosigkeit oder das Gefühl, von sich selbst und anderen abgeschnitten zu sein.
Wenig Antrieb, Schlafveränderungen, Konzentrationsprobleme, sozialer Rückzug oder deutlicher Verlust von Freude und Interesse.
Starke Selbstkritik, Schuldgefühle, Scham und die Überzeugung, nicht zu genügen oder anderen zur Last zu fallen.
Depressive Beschwerden können im Zusammenhang mit Verlusten, Überforderung, enttäuschten Beziehungserfahrungen oder einem sehr strengen Umgang mit sich selbst entstehen. Manchmal wurden eigene Bedürfnisse über lange Zeit zurückgestellt. Manchmal fehlt die innere Erlaubnis, wütend, enttäuscht oder abhängig zu sein.
Der Rückzug kann dann zugleich Schutz und Belastung sein: Er reduziert Konflikte und Enttäuschungen, verstärkt aber Einsamkeit, Selbstzweifel und das Gefühl, keinen Zugang mehr zum eigenen Leben zu finden.
In einer psychodynamischen Psychotherapie geht es darum, die persönliche Geschichte der Beschwerden zu verstehen. Welche Erwartungen bestehen an sich selbst? Welche Gefühle dürfen kaum wahrgenommen oder gezeigt werden? Welche Beziehungserfahrungen wiederholen sich? Und welche Funktion übernimmt der Rückzug im aktuellen Leben?
Im therapeutischen Kontakt können diese Muster allmählich sichtbar und besprechbar werden. Ziel ist nicht, Traurigkeit möglichst schnell zu beseitigen, sondern einen lebendigeren und weniger selbstabwertenden Umgang mit Gefühlen, Bedürfnissen und Beziehungen zu entwickeln.
Sie können darauf hinweisen, dass wichtige innere und äußere Belastungen nicht mehr allein bewältigt werden können.
Ein Erstgespräch ist besonders wichtig, wenn Niedergeschlagenheit, Rückzug oder Interessenverlust über längere Zeit bestehen, Schule, Ausbildung, Studium oder Beziehungen deutlich beeinträchtigt sind oder Gedanken auftreten, nicht mehr leben zu wollen.
Bei akuter Selbstgefährdung ist eine unmittelbare Krisenhilfe erforderlich. Außerhalb einer akuten Krise kann im Erstgespräch gemeinsam geklärt werden, welche Unterstützung und welcher Behandlungsrahmen passend sind.